Was muss ich beachten?

Beteiligungsgrundsätze (link zum pdf.)

der Saarländischen Wagnisfinanzierungsgesellschaft mbH
-im Folgenden: SWG-

1.           Unterstützung und Betreuung von Technologieunternehmen

Die SWG unterstützt technologieorientierte Exis-tenzgründer sowie kleinere und mittlere Technolo-gieunternehmen (TU) durch die Bereitstellung von Beteiligungskapital. Darüber hinaus ist eine Unterstützung des Managements des TU im kaufmännischen und gegebenenfalls im technischen Bereich insbesondere im Rahmen von Co-Finanzierungen mit anderen Investoren oder Partnern bei Bedarf möglich.
 

Die Voraussetzungen für eine Beteiligung der SWG an dem TU (Alter des TU, Umsatz, Zahl der Beschäftigten, Bilanzsumme) ergeben sich aus den Ausführungen zu Punkt 5.
 

2.           Formen der Beteiligungsübernahme

Die SWG übernimmt Beteiligungen in der Regel als stiller Gesellschafter, ohne sich an der Geschäftsführung des TU zu beteiligen. Offene Beteiligungen werden von der SWG in der Regel nur in Kombination mit stillen Beteiligungen und als Minderheitsgesellschafter eingegangen. Für die Beteiligungen, brauchen die Antragsteller keine Sicherheiten zu stellen.

3.           Zusammenarbeit mit anderen Investoren

3.1         Innovationsfonds II des Saarlandes:

              Die SWG investiert neben eigenen Mitteln treuhänderisch Mittel des Innovationsfonds II des
              Saarlandes im Rahmen der stillen / offenen Beteiligung unter Beachtung der „Richtlinien für
              Kapitalbeteiligungen der Saarländische Wagnisfinanzierungsgesellschaft mbH und des
              Innovationsfonds II Saar-landes“. Die Obergrenze der Gesamtbeteiligung an dem TU wird durch
              Punkt 6.2 festgelegt. Bei Unterzeichnung des Beteiligungsvertrages muss der Sitz des TU im
              Saarland liegen und durch einen Auszug aus dem Handelsregister nachgewiesen werden.
 

3.2         Sonstige Beteiligungsgesellschaften und Investoren:

              Die SWG arbeitet mit im Markt agierenden Beteiligungsgesellschaften sowie weiteren Investoren
              (z.B. Business Angels oder strategischen Investoren) bei der Finanzierung mit Beteiligungskapital
              und der Betreuung der TU bedarfsorientiert zusammen.
 

4.           Verwendung der bereitgestellten Mittel

              Die Beteiligungen dienen der Unterstützung von Innovationsvorhaben, und zwar insbesondere:

              - für Investitionen zur Markteinführung

              - für angewandte Forschung und Entwicklung bis zur Aufnahme der kommerziellen Produktion

              - für Anpassungsentwicklungen bis zur Markteinführung der technisch neuen bzw. wesentlich
                verbesserten Produkte, Verfahren oder technischen Dienstleistungen.
 

5.           Beteiligungsvoraussetzungen
 

5.1         Der innovative Kern des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens soll von dem TU selbst erbracht
              werden.

              - Das neue Produkt (Verfahren / Dienstleistung) soll sich in seinen wesentlichen Funktionen von den
                bisherigen Produkten (Verfahren / Dienstleistungen) des TUs unterscheiden.

              - Mit dem neuen Produkt (Verfahren / Dienstleistung) werden Wettbewerbsvorteile (Funktionen,
                Qualität, Preis) und Marktchancen auf dem für das TU einschlägigen Markt angestrebt.
 

5.2         Das TU soll folgende Voraussetzungen erfüllen

              - Alter höchstens 10 Jahre

              - weniger als 250 Beschäftigte

              - entweder ein Jahresumsatz von max. 50 Mio. € oder eine Bilanzsumme von max. 43 Mio. €.

              - Maximal 25 % des Gesellschaftskapitals dürfen sich im Besitz von Unternehmen befinden, die die
                obengenannten Größenmerkmale überschreiten.

              - Rüstungsunternehmen werden generell nicht finanziert.
 

5.3         Das TU muss über das zur Durchführung der Entwicklungsarbeiten und zur Produktion notwendige
              technische Fachwissen verfügen sowie die erforderlichen kaufmännischen Kenntnisse nachweisen
              können.
              Die erforderlichen Know-how-Träger sollen dem TU langfristig zur Verfügung stehen.

              Kaufmännisches Know-how kann in der An-fangsphase auch durch die Einschaltung Dritter erbracht
              werden.
 

5.4         Die technische Machbarkeit, Anwendungs-bereiche, Marktchancen, Wettbewerbsvorteile, Risiken
              usw. sind in der Regel durch ein externes Gutachten zu beurteilen. Die Kosten trägt das TU.
              Einzelheiten werden gesondert geregelt.
 

5.5         Die Gesamtfinanzierung des TU muss gesichert sein. Die Beteiligungsmittel dürfen nur zur
              Finanzierung des oder der Innovationsvorhaben eingesetzt werden, für die die Beteiligung zugesagt
              worden ist. Einzelheiten regelt der Beteiligungsvertrag zwischen der SWG und dem TU.
 

6.           Konditionen

6.1         Die SWG übernimmt Beteiligungen in der Re-gel als stiller Gesellschafter am TU. Offene
              Beteiligungen werden von der SWG in Einzelfällen und nur in Kombination mit stillen Beteiligungen
              und als Minderheitsgesellschafter eingegangen. Sicherheiten sind nicht zu stellen.

 6.2         Die Beteiligungshöhe der SWG insgesamt für ein TU beträgt grundsätzlich mindestens 125 T€ bis
               max. 2 Mio. € (unter Einbeziehung Innovationsfonds).
 

6.3         Die Beteiligung wird grundsätzlich entsprechend dem Fortschritt des Innovationsvorhabens
              ausgezahlt.
 

6.4         Die Dauer der Beteiligung beträgt grundsätzlich bis zu 10 volle Jahre.
 

6.5         Die SWG kann Beteiligungen aus wichtigem Grund kündigen.

              Dem TU kann das Recht eingeräumt werden, seine Beteiligung vorzeitig unter Einhaltung einer
              Kündigungsfrist von drei Monaten zum 30.06. und 31.12. eines jeden Jahres zu kündigen. 
 

6.6         Die SWG beansprucht auf ihre Einlage im Regelfall eine vom Jahresergebnis des Beteili-
              gungsnehmers unabhängige, den Marktverhältnissen zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses
              angepasste Vergütung. Hinzu kommt ein an den Verhältnissen des TU auszurichtendes
              gewinnabhängiges Entgelt und eine einmalige Bearbeitungsgebühr in Höhe von bis zu 2 %. 
 

6.7         Bei vorzeitiger Kündigung der Beteiligung durch das TU bzw. bei Rückführung der Beteiligung am >
              Ende der Laufzeit erhält die SWG ein Aufgeld. Weitere Einzelheiten werden in dem
              Beteiligungsvertrag zwischen der SWG und dem TU geregelt.
 

7.           Informationen

              Das TU berichtet im Rahmen monatlicher sowie halbjährlicher Berichte über  seine wirtschaftliche
              Lage und den Fortgang des Beteiligungsprojektes an die SWG. Darüber hinaus erhält die SWG einen
              geprüften Jahresabschluss des TU und kann bei Bedarf weitergehende Informationen anfordern.

8.           Weg der Kontaktaufnahme

              An einer Beteiligung der SWG interessierte Existenzgründer, Gesellschafter bzw. Geschäftsführer
              des TUs reichen bei der SWG aussagekräftige Unterlagen (z.B. Businessplan) ein, die eine erste
              Beurteilung des Projektes ermöglichen. Das weitere Vorgehen sowie die Notwendigkeit der Vorlage
              weiterer Unterlagen werden auf Basis einer Grobprüfung mit dem TU vereinbart.

Die Kontaktaufnahme kann ebenfalls über die jewei¬lige Hausbank erfolgen.

Ein Rechtsanspruch auf Übernahme einer Beteiligung bzw. die zur Verfügung Stellung von Wagniskapital besteht nicht.

Saarländische Wagnisfinanzierungsgesellschaft mbH

Saarbrücken, März 2020